Gravierender Unterschied bei unzulässiger Gewinnausschüttung in der Aktiengesellschaft im Vergleich zur GmbH

23.01.2015

von Dr. Harald Kronberger

Wird eine Ein-Mann-GmbH geschädigt, deren Geschäftsführer zugleich einziger Gesellschafter ist, dann tritt der Schaden nicht bei einem „Anderen“ ein und daher liegt keine Untreue vor.

Auf Basis der Libro-Entscheidung verhält es sich bei der Aktiengesellschaft völlig anders:

Mangels Einfluss der Aktionäre auf die Geschäftsführung ist keine wirtschaftliche Identifikation von Aktionären und Aktiengesellschaft gegeben, weshalb der Untreue-Tatbestand durch eine vom Vorstand vorgenommene nachteilige Vermögensverschiebung erfüllt wird.

Auch innerhalb von Konzernunternehmen können Schädigungen nach § 153 StGB strafrechtlich relevant sein.

Die vorliegende Entscheidung des OGH in Sachen Libro wird in der Lehre kritisiert, weil der Vorstand sogar dann für Untreue haftet, wenn er die Zustimmung der Gesellschafter vorlegt.

 

Dieser Beitrag wurde sorgfältig recherchiert und zusammengestellt.
Eine Haftung für die Richtigkeit wird nicht übernommen.

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