Privates Feuerwerk zu Silvester – Was gilt es zu beachten

21.12.2018

von Mag. Stephan Gappmaier

Das Pyrotechnikgesetz regelt unteranderen den Besitz und die Verwendung von pyrotechnischen Feuerwerkskörpern.

Entsprechend der Verwendungsart oder dem Zweck und dem Grad ihrer Gefährlichkeit nimmt das Gesetz eine Kategorisierung vor. Unter die Kategorie F1 fallen Feuerwerkskörper die eine sehr geringe Gefahr darstellen, einen vernachlässigbaren Lärmpegel besitzen und die in geschlossenen Bereichen verwendet werden können, einschließlich Feuerwerkskörper, die zur Verwendung innerhalb von Wohngebäuden vorgesehen sind. Darunter fallen zum Beispiel Wunderkerzen, Knallbonbons, Knallerbsen usw. Die Kategorie F2 umfasst Feuerwerkskörper, die eine geringe Gefahr darstellen, einen geringen Lärmpegel besitzen und die zur Verwendung in abgegrenzten Bereichen im Freien vorgesehen sind, somit die handelsüblichen Silvesterraketen und Schweizer Kracher. Für die Verwendung von Feuerwerkskörpern der Kategorien F1 und F2 ist keine Berechtigung notwendig, es sind jedoch die Altersbeschränkungen von 12 bzw. 16 Jahren zu beachten. Feuerwerkskörper dieser Kategorie dürfen nur einzeln und getrennt voneinander gezündet werden.

Darüber hinaus sieht das Pyrotechnikgesetz noch die Kategorien F3 und F4 vor. Feuerwerkskörper dieser Kategorien sind aufgrund ihrer Gefährlichkeit nicht für den allgemeinen Gebrauch freigegeben. Damit solche Feuerwerkskörper verwendet werden dürfen, muss zuvor von den Behörden eine Berechtigung erteilt werden. Voraussetzung dafür ist der Nachweis der dafür notwenigen Sach- und Fachkunde.

Neben den persönlichen Vorrausetzungen für das Verwenden von Feuerwerkskörpern ist auch der Ort, an dem diese gezündet werden dürfen, geregelt.
Die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen ist gemäß § 38 PyrotechnikG im Ortsgebiet verboten, es sei denn, der Bürgermeister hat bestimmte Teile von diesem Verbot ausgenommen. Weiters ist die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Gotteshäusern, Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten verboten, genauso die Verwendung innerhalb oder in unmittelbarer Nähe zu großen Menschenansammlungen.

Ein Verstoß gegen die Vorschriften des PyrotechnikG kann mit einer Geldstrafe bis € 3.600,00 oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Wochen geahndet werden. Sollte bei einer vorschriftswidrigen Verwendung etwas passieren, droht zusätzlich noch eine zivilrechtliche Haftung. Der OGH hat neulich entschieden (1Ob178/18k, 17.10.2018), dass es sich bei § 38 PyrotechnikG um ein Schutzgesetz handelt. Wird durch die vorschriftswidrige Verwendung eines Feuerwerkskörpers ein Schaden verursacht, im konkreten Fall ein Brand, entsteht eine Schadenersatzanspruch. Wird rechtswidrig in einer Gruppe eine Rakete abgefeuert, so haftet jeder einzelne solidarisch für den entstandenen Schaden. Es ist dabei aufgrund der damit verbundenen Gefahr nicht von Bedeutung, wer die Rakete tatsächlich abgefeuert hat.Passen Sie daher auf, wenn Sie selbst für Ihr Silvesterfeuerwerk sorgen wollen.

Die Enstcheidung im Volltext finden sie hier

 

Dieser Beitrag wurde sorgfältig recherchiert und zusammengestellt.
Eine Haftung für die Richtigkeit wird nicht übernommen.

Wollen Sie unsere Newsletter erhalten?
Dann schicken Sie uns doch eine E-Mail: newsletter@eulaw.at

Privates Feuerwerk zu Silvester – Was gilt es zu beachten