Produktintervention zu binären Optionen und CFDs

25.04.2019

von Frau Mag. Sarah Abel

Bereits im Jahr 2018 hat die ESMA (Europäische Wertpapier- und Marktauf-sichtsbehörde) auf europaebene temporäre Produktinterventionsmaßnah-men beschlossen, um den Vertrieb von CFDs (Differenzkontrakte) und von bi-nären Optionen (von Optionen abgeleitete Finanzderivate) an Verbraucher einzuschränken bzw. zu verbieten. Bezüglich der CFDs wurden u.a. eine Hebel-Obergrenze, Glattstellungsvorschriften, ein Negativsaldoschutz und spezielle Risikowarnungen vorgesehen.

Die ESMA kann entsprechende Maßnahmen treffen, wenn aus ihrer Sicht er-hebliche Bedenken für den Anlegerschutz bestehen sowie die Stabilität des Finanzsystems gefährdet ist und die Finanz- oder Warenmärkte bedroht sind. Die Maßnahmen wurden für die Dauer von drei Monaten beschlossen und nach Ablauf verlängert. Die Beschränkungen gelten noch bis 30.4.2019 und können danach bei Bedarf erneut verlängert werden.

Die FMA (Finanzmarktaufsichtsbehörde) hat nunmehr auf nationaler Ebene einen Verordnungsentwurf begutachten lassen, der noch im April dieses Jahres hätte in Kraft treten sollen, die FMA-Produktinterventionsverordnung. Nach dieser Verordnung soll der Verkauf von binären Optionen an Verbraucher verboten sein, sofern diese nicht bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Auch der Vertrieb von CFDs auf nationaler Ebene soll erheblich beschränkt werden, wobei in etwa die von der ESMA vorübergehend eingeführten Beschränkun-gen übernommen werden.

Mit dieser Verordnung der FMA sind Anleger nunmehr davor geschützt, mehr als das eingesetzte Geld zu verlieren. Darüber hinaus soll es nunmehr endlich verständliche Erklärungen über die Risikogeneigtheit solcher Geschäfte geben. Da es sich sowohl bei CFDs als auch bei binären Optionen um hoch-komplexe Finanzprodukte handelt, sind nicht verständige Anleger oft nicht in der Lage, die mit dem Produkt verbundenen Risiken zu erfassen und erleiden immer höhere Verluste.

Ein abschließender Schutz des Anlegers kann dadurch jedoch leider nicht gewährleistet werden. Die FMA nimmt immer wieder internationalen Anlage-betrug wahr, wobei von nicht seriösen Anbietern hochrisikohafte und intrans-parente Produkte an Verbraucher vertrieben werden, die dann exorbitante Verluste in Kauf nehmen müssen. In Zusammenarbeit mit den entsprechenden ausländischen Behörden veröffentlicht die FMA daher laufend Warnmeldun-gen, auf die unbedingt geachtet werden sollte.

 

Dieser Beitrag wurde sorgfältig recherchiert und zusammengestellt.
Eine Haftung für die Richtigkeit wird nicht übernommen.

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